Probiotikum Test & Vergleich – Die besten Probiotika 2019

Eine Frau, die mit ihren Händen ein Herz auf ihrem Bauch formt. In der Mitte der Hände ist eine BlumeDer Darm ist nichts, worüber besonders häufig gesprochen wird, aber dennoch von größter Relevanz. Zählt man Dünn-, Dick- und Mastdarm zusammen, verfügt das, zwischen fünfeinhalb und siebeneinhalb Meter lange, Organ über eine Oberfläche von durchschnittlich 32 m² und ist damit das größte innere Organ des Menschen. Der Darm erfüllt, neben der Verdauung und Nährstoffresorption, weitere wichtige Aufgaben, wie die Bildung von Immunabwehrzellen und die Produktion von Botenstoffen und Hormonen. Arbeitet er nicht mehr richtig, wirkt sich das entsprechend negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aus. Hier kann eine Darmkur mit Probiotika Abhilfe schaffen. Dieser Artikel berichtet über gute Probiotika Produkte, erklärt deren Wirkung und geht auf verschiedene Aspekte rund um diese Thematik ein.

Was sind Präbiotika/Probiotika eigentlich?

Die Darmflora, also die Darmschleimhaut, wird natürlicherweise von unzähligen Bakterien besiedelt. Genauer gesagt, verfügt die Darmflora eines gesunden Erwachsenen über 10 bis 100 Billionen Bakterien, die zwischen 500 und 1000 verschiedenen Arten angehören. Gerät die Besiedlung aus dem Gleichgewicht, sind also viele „schlechte“ und nur wenig nützliche Mikroorganismen vorhanden, wirkt sich dies sehr direkt negativ auf verschiedene gesundheitliche Aspekte aus. Zu einem solchen Ungleichgewicht kommt es beispielsweise häufig nach der Einnahme eines Antibiotikums. Dieses tötet mitunter Bakterien ab, die für ein gesundes Darmmilieu gebraucht werden.

Probiotika sind Nahrungsergänzungsmittel, die mit eben diesen nützlichen Darmbakterien ausgestattet sind und die Darmflora auf diese Weise wieder in Balance bringen. Häufig werden Probiotika mit Präbiotika gleichgesetzt oder verwechselt, was grundlegend falsch ist. Während Probiotika, wie gesagt, Bakterienkulturen enthalten, liefern Präbiotika die Nahrung für eben diese Bakterien. Daher ergibt es oft Sinn, Pro- und Präbiotika zu kombinieren. So werden die zugeführten Bakterien direkt „gefüttert“ und die Chance, viele überlebende Mikroorganismen zu erhalten, die den Darm nachhaltig besiedeln können, wächst.

Welche Wirkung haben sie?

Ein gesundes Darmmilieu ist sauer und macht „schlechten“ Bakterien damit das Leben schwer. Gerät es, zum Beispiel verursacht durch Stress, Medikamente oder eine unpassende Ernährung, aus dem Gleichgewicht, haben es die unerwünschten Bakterien leichter, sich einzunisten und zu verbreiten, während die „guten“ Mikroorganismen absterben. Genau hier setzen Probiotika an. Sie bringen neue, „gute“ Mikroorganismen in den Darm, um der Darmflora zurück zu ihrem gesunden Gleichgewicht zu verhelfen.

Unsere Top 9 der besten Probiotika 2019

Wir haben verschiedene Probiotika einem Check unterzogen und stellen hier die neun Produkte vor, die uns am meisten überzeugen konnten.

Natural Elements Kulturen Komplex

Der Kulturen Komplex von Natural Elements enthält ganze 20 Bakterienkulturen, darunter Lactobacillus acidophlius, Lactobacillus plantarum und Bifidobacterium longum, sowie Bio Inulin, das die Bakterien nährt. Das Präparat ist frei von Trennmitteln, Konservierungsstoffen, Füllstoffen, Aromen und Farbstoffen und wird von einem unabhängigen Labor geprüft. In Deutschland hergestellt, erfüllt das Probiotikum höchste Qualitätsansprüche. 180 magensaftresistente Kapseln kosten knapp 25€.

Natural Elements Kulturen Packung
Vegavero Probiotik Mix Verpackung

Vegavero Probiotik Mix

Der Pro-Bio Mix von Vegavero beinhaltet insgesamt etwa 11 Milliarden Bakterien verschiedener Bifido- und Lacto-Kulturen. Eine Packung mit 90 Tabletten kostet rund 25€ und reicht bei täglicher Einnahme für ganze drei Monate. Der Hersteller produziert ausschließlich in Deutschland, sodass davon ausgegangen werden kann, dass strenge Auflagen eingehalten werden.

Dr. Wolz Darmflora plus® select

Hochdosiert, ist jede säureresistente Kapsel des Darmflora plus select Probiotikums mit 12 Milliarden Lebendkulturen ausgestattet. Das Produkt der Firma Dr. Wolz ist sowohl lactose-, als auch glutenfrei und beinhaltet neben zahlreichen Lacto- und Bifidobakterien, auch die Vitamine B1, B2, B6 und B12, sowie Folsäure und Biotin. Auf diese Weise wird das Immunsystem zusätzlich unterstützt. Es sind drei verschiedene Packungsgrößen mit 20, 40 oder 80 Kapseln bestellbar. 20 Stück liegen dabei preislich bei circa 14€, 80 Stück bei 27€. Es lohnt sich also, in eine große Packung zu investieren – zumal die empfohlene Tagesdosis vier Kapseln beträgt.

Wolz Darmflora
Advanced Probiotics

Physis Advanced Probiotics

Die Firma Physis Ltd. ist in Großbritannien beheimatet, wo auch das Advanced Probiotics Präparat hergestellt wird. Das gluten- und lactosefreie Probiotikum setzt sich aus zehn unterschiedlichen Bakterienstämmen, deren genaue Bezeichnungen leider nicht genannt werden, zusammen. Jede Kapsel verfügt, laut Angabe des Herstellers, über rund 50 Millionen lebensfähige Bakterien.  Die Monatspackung mit 30 Kapseln ist für 30€ zu haben.

EXVital Lactobacillus Komplex

Der Lactobacillus Komplex des Herstellers EXVital enthält, neben Lactobacillus acidophlius Stämmen, Chitosan, Gingerol, die Vitamine B2, B3 und B6, sowie Chrom und Zink. Durch die zugesetzten Stoffe soll insbesondere das Immunsystem gestärkt werden. Jede Tagesdosis à drei Kapseln beinhaltet rund 10 Milliarden kulturbildende Einheiten, sodass es sich hier um ein hochdosiertes Probiotikum handelt. EXVital produziert in Deutschland und ist entsprechend an die üblichen Auflagen gebunden. 90 Kapseln reichen für einen Monat und kosten rund 20€.

Fairvital Probiotik Immun

Bei den Probiotik Immun Präparaten handelt es sich um rein pflanzliche, gefriergetrocknete Cellulose-Kapseln, sogenannte patentierte DRCaps, die ihre Inhaltsstoffe erst durch die Feuchtigkeit und Wärme im Darm freigeben. Diese innovative Art der Verarbeitung hat den Vorteil, dass keinerlei Beschichtungen oder Zusätze erforderlich sind, um die Kapseln magensäureresistent zu machen. Zudem erfolgt die Freisetzung der Mikroorganismen zeitverzögert. Das Präparat ist lactose-, fructose- und glutenfrei und setzt sich aus Lactobacillus acidophlius und Bifidobacterium lactis Kulturen zusammen. Eine Packung mit 90 Kapseln liegt preislich bei knapp 20€. Wer direkt über den Hersteller kauft, profitiert ab einem Kauf von vier Packungen vom Mengenrabatt, der den Preis der einzelnen Packung auf 18€ senkt.

Sports & Health Flora Bifido Lacto+

Das Unternehmen CDF Sports & Health Solutions hat ebenfalls ein Probiotikum im Angebot. Das Flora Bifido Lacto+ Präparat ist mit vierzehn verschiedenen Bakterienstämmen, darunter Bifidobacterium longum, Enterococcus faecium und Lactobacillus casei, ausgestattet und enthält zusätzlich das Präbiotikum Inulin. Der Hersteller verspricht ein gluten- und lactosefreies Produkt mit 100% natürlichen Inhaltsstoffen, das in zertifizierten Fabriken, deren Standort allerdings nicht bekannt ist, produziert wird. Die 2-Monats-Packung mit 60 Kapseln ist für etwa 18€ zu haben.

McVital DarmPlus Probiotik Komplex

Der DarmPlus Probiotik Komplex der Firma McVital kombiniert sechs Bakterienstämme, wobei jede Kapsel rund eine Billion lebensfähige Bakterien enthalten soll. Hergestellt wird das Probiotikum in den Niederlanden. Die Hülle besteht zum Teil aus Rindergelatine, sodass sich dieses Produkt, im Gegensatz zum Großteil der Probiotika auf dem Markt, ganz klar nicht für Vegetarier eignet. Dafür punktet es mit der wirklich unfassbar großen Anzahl an Bakterien pro Einheit. Der Preis für 60 Kapseln liegt bei 14€, wobei die tägliche Dosis zwei Kapseln beträgt.

Nupure Probaflor

Auf Platz eins unseres Rankings der besten Probiotika landet das Nupure Präparat von Probaflor. Das Probiotikum überzeugt nicht nur durch eine sinnvolle Mischung aus elf Bakterienkulturen plus Inulin und rund 20 Milliarden Lebendkulturen pro Kapsel, sondern auch durch das Preis-Leistungsverhältnis. Nicht umsonst wurde das Produkt von der Stiftung Warentest zum Testsieger in der Kategorie Preis-Leistung gewählt. Die magensaftresistenten Kapseln werden in Dänemark hergestellt, sind glutenfrei und können in zwei Packungsgrößen erworben werden. Die Monatspackung mit 30 Kapseln kostet knapp 19€, für 90 Kapseln fallen 29€ an.

Vater läuft mit Tochter am Strand

Ist eine komplette Darmsanierung mit diesen Kapseln möglich?

Ein Probiotikum ist fester Bestandteil einer Darmsanierung, reicht alleine aber nicht aus, um den Darm auf Vordermann zu bringen. Im ersten Schritt muss dieser nämlich gereinigt, also von Ablagerungen und Schlacken befreit werden. Im zweiten Schritt helfen Detox Produkte, Giftstoffe aus dem Körper zu leiten. Erst danach kommen Probiotika zum Einsatz und sorgen dafür, dass die Darmflora wieder aufgebaut wird.

Welche gesundheitlichen Problemen können Probiotika positiv beeinflussen bzw. heilen?

Auf folgende Beschwerden wirkt sich eine Behandlung mit Probiotika häufig positiv aus:

Darmbeschwerden und Reizdarmsyndrom

Durchfälle, Verstopfungen, Blähungen und Magenkrämpfe, alles Symptome, die beispielsweise im Rahmen eines Reizdarmsyndroms auftreten, sind oft auf ein Ungleichgewicht im Darm zurückzuführen. Probiotika stabilisieren das Darmmilieu und sind daher in vielen Fällen in der Lage, die Beschwerden zu lindern oder sogar gänzlich zu heilen. Auf die genaue Wirkung von Probiotika beim Reizdarmsyndrom gehen wir an einer späteren Stelle in diesem Artikel genauer ein.

Bakterielle Vaginose und Scheidenpilz

Sowohl die bakterielle Vaginose, als auch der klassische Scheidenpilz lassen sich auf eine mangelnde Balance des Scheidenmilieus zurückführen. Probiotika wirken sich nachweislich nicht nur auf den Darm und dessen Besiedelung durch Mikroorganismen, sondern auch auf das Scheidenmilieu aus. Wer häufiger unter Scheidenpilz zu leiden hat, kann Probiotika demnach auch präventiv einsetzen.

Übersäuerung und Sodbrennen

Bei Sodbrennen wird oftmals zu einer Darmsanierung geraten, in deren Rahmen sich ein Probiotikum hauptsächlich durch die Regulierung der Verdauungstätigkeit auf das Beschwerdebild auswirkt.

Chronische Erschöpfung und Depressionen

Der Darmtrakt ist über einen langen Nerv, der sogenannten Darm-Gehirn-Achse, direkt mit dem Gehirn verbunden. Sprich: Geht es dem Darm schlecht, leidet auch die Psyche darunter. Forscher haben mittels Studien herausgefunden, dass eine Probiotika Kur tatsächlich dabei helfen kann, leichte bis mittelgradige Depressionen, sowie Abgeschlagenheit und Erschöpfungszustände zu bekämpfen.

Morbus Crohn

Da es sich bei Morbus Crohn um eine sogenannte entzündliche Darmerkrankung handelt, versteht sich beinahe von selbst, dass der Einsatz von Probiotika bei Vorliegen dieser Erkrankung Sinn ergeben kann.

Hoher Cholesterinspiegel

Erst in diesem Jahr hat die American Heart Association eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass Probiotika den Cholesterinspiegel senken können. Verantwortlich dafür ist vor allem die Bakterienart Lactobacillus reuteri. Wer seine Cholesterinwerte mithilfe eines Probiotikums verbessern möchte, sollte also zu einem Präparat greifen, dass diese Bakterienart enthält.

Abschließend noch ein kurzes Video, in dem aufgezeigt wird, warum diese „guten Bakterien“, bei so vielen Beschwerden helfen können:

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die meisten Menschen vertragen Probiotika äußerst gut. Dennoch kann es unter Umständen zu geringfügigen Nebenwirkungen, wie Darmgeräuschen, Blähungen und Magenschmerzen, kommen. Vor der Einnahme von Probiotika ist es generell immer ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Dies gilt insbesondere für immunsupprimierte Menschen.

Gibt es eine Erstverschlimmerung nach der Einnahme?

Es ist nicht unüblich, dass sich die Symptome im Rahmen einer Probiotika Kur zunächst verschlimmern, bevor sie besser werden. Dies ist kein Grund zur Sorge, sondern zeigt vielmehr, dass das Probiotikum anschlägt. Die Erstverschlimmerung geht auf die Veränderungen zurück, die mit der Neu- und Umbesiedlung des Darms einhergehen. Trotzdem gilt: Sollten sich die Symptome widererwarten akut sehr stark verschlimmern oder sollten die verstärkten Symptome über einen Zeitraum von mehr als einer Woche anhalten,  muss ein Arzt aufgesucht werden.

Können Kinder/Kleinkinder und Babys Präbiotika einnehmen?

Prinzipiell spricht nichts dagegen, ein gesundes Kind zusätzlich mit Pro- und Präbiotika zu versorgen. Es ist mit keinen ungewöhnlichen Nebenwirkungen zu rechnen. Dennoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Probiotika, genau wie die meisten Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, einen stärkeren Einfluss auf den Körper eines Kindes oder Säuglings, als auf den eines Erwachsenen haben. Möchte man seinem Kind, aus welchen Gründen auch immer, Probiotika geben, sollte dies vorher mit dem behandelnden Kinderarzt abgesprochen werden. Dieser kann abschätzen, ob die Gabe eines Probiotikums im individuellen Fall sinnvoll ist oder mehr Schaden anrichtet, als hilft.

Übrigens: Schwangere und stillende Mütter können in aller Regel bedenkenlos zu Probiotika greifen. Der Blutkreislauf des Fötus kommt nicht mit den enthaltenen Mikroorganismen in Berührung.

Frau steht am Strand

Warum gibt es vegetarische/laktosefreie Produkte, aber keine veganen?

Das Wort „Lactobacillus“ legt den Verdacht nahe, dass es sich hier um etwas milchhaltiges handelt. Das ist allerdings nicht der Fall. Lactobazillen ernähren sich von Milchprodukten, ohne selbst dieser Kategorie anzugehören. Ein Probiotikum, das Lactobazillen enthält, ist also per se frei von tierischen Inhaltsstoffen. Trotzdem unterstützt der Kauf eines Produktes mit Lactobazillen natürlich die Milchindustrie – schließlich wird Milchsäure für den Kultivierungsprozess benötigt. Das ist für viele Veganer verständlicherweise Grund genug, einen Bogen um diese Präparate zu machen. Alternativ kann zu Probiotika, die ohne Milchsäurebakterien auskommen, gegriffen werden. Ein Beispiel hierfür stellen Probiotika mit Escherichia Coli Bakterien dar. Wer Wert auf ein 100% veganes Probiotikum legt, sollte sich also im Vorhinein genau über die enthaltenen Bakterienkulturen der einzelnen Produkte informieren und sich gegebenenfalls beraten lassen.

Wo kann man Probiotika außer in der Apotheke kaufen?

Probiotika sind zum einen in Apotheken, zum anderen aber auch in Reformhäuser, sowie in gut sortierten Bioläden und Drogerien erhältlich. Der Kauf vor Ort bringt den Vorteil mit sich, dass man sich bei Bedarf fachkundig beraten lassen kann. Alternativ sind zahlreiche probiotische Präparate über das Internet bestellbar. Hier bietet sich der Kauf über Amazon oder direkt über den jeweiligen Hersteller an.

Auch der Onlinekauf bringt Vorteile mit sich: Neben der größeren Auswahl im Netz, stellt die Option, Produkte mit geringem Aufwand miteinander zu vergleichen und Kundenbewertungen in den Entscheidungsprozess miteinfließen zu lassen, einen „Pluspunkt“ dar.

Was kosten die Produkte?

Der Preis für ein Probiotikum liegt im Schnitt zwischen 14 Cent und einem Euro pro Kapsel – hier tun sich also große Preisdifferenzen auf. Entscheidend ist dabei auch, wie viele Kapseln täglich genommen werden müssen. Ein Beispiel: Präparat A kostet 30 Cent pro Kapsel, Präparat B 90 Cent. Auf den ersten Blick scheint Präparat A eindeutig die günstigere Option zu sein. Sagt die Packungsbeilage nun aber, dass Präparat A viermal täglich geschluckt werden muss, während bei Präparat B eine Kapsel pro Tag genügt, sieht die Sache gleich ganz anders aus. Die tägliche Versorgung mit Präparat A würde 1,20€ kosten, bei Präparat B wären es nur 90 Cent.

Der Preis ist also immer in Relation mit der empfohlenen Tagesdosis zu setzen. Außerdem gilt: Da es sich hier um ein Nahrungsergänzungsmittel handelt, sollte unbedingt Wert auf Qualität gelegt werden. Man sollte sich beim Kauf daher nicht ausschließlich vom Preis lenken lassen.

Welche Kriterien muss ich beim Kauf beachten?

Die folgenden Kriterien sollten beim Kauf eines Probiotikums beachtet werden:

Die Bakterienarten

Je nachdem, was mit der Einnahme des Präparates bewirkt werden soll, eignen sich verschiedene Bakterienarten besonders gut. Häufig sind Komplexe, also Produkte, die möglichst vielfältige Arten von Bakterien enthalten, empfehlenswert. Vor dem Kauf sollte man sich darüber informieren, welche Bakterienarten man zuführen möchte. Welche Arten ein Produkt beinhaltet, ist in der Regel der Produktbeschreibung und der Packungsbeilage zu entnehmen.

Die kulturbildenden Einheiten

Die kulturbildenden Einheiten, kurz KBE, geben an, wie viele Bakterieneinheiten mit kulturbildender Funktion ein Präparat enthält. In der Regel bewegt sich diese Angabe zwischen 5 und 50 Milliarden KBE. Je nach zu behandelndem Beschwerdebild, eignen sich Präparate mit niedrigerem oder höherem Gehalt an KBE. Wird das Probiotikum präventiv eingenommen, sollte es beispielsweise höchstens 15 Milliarden KBE enthalten. Anders sieht es aus, wenn eine Fehlbesiedlung gezielt korrigiert werden soll: In diesem Fall sind Präparate mit 15 bis 30 Milliarden KBE gefragt. Von noch höherdosierten Probiotika sollte im Regelfall Abstand genommen werden, da diese die Darmflora sogar negativ beeinflussen können. Die Ausnahme stellen Kapseln und Tabletten dar, die nicht säureresistent sind. Diese lösen sich oftmals bereits im Magen auf, sodass es ein Großteil der Bakterien  gar nicht bis zum Darm schafft. Dann sind selbstverständlich stärkere Dosierungen angebracht.

Zusätzliche Inhaltsstoffe (Präbiotika)

Die Präbiotika, die manchen Probiotika Präparaten zugesetzt sind, sind für gewöhnlich synthetischen Ursprungs und werden vom Darm nur bedingt toleriert. Ob man zu einem Präparat mit zugesetztem Präbiotika greift, muss jeder für sich selbst entscheiden. Der Vorteil dieser Produkte ist, dass sie direkt Nahrung für die Mikroorganismen mitliefern. Nachteilig ist allerdings die Tatsache, dass diese Nahrung auch „schlechte“ Bakterien füttert. Zudem treten, ausgelöst durch den Eigenzuckergehalt der Präbiotika, gelegentlich Überreaktionen des Verdauungstraktes auf.

Die Qualität

Was die Qualität betrifft, so ist hauptsächlich auf zwei Aspekte zu achten: Zum einen auf das Herstellungsland, zum anderen auf die Qualitätskontrolle. Idealerweise findet man ein geeignetes Probiotikum, das in Deutschland hergestellt wird. Alternativ ist auch der europäische Raum in Ordnung. Von Produkten, die außerhalb Europas hergestellt werden, sollte dagegen Abstand genommen werden. Die Qualität des Probiotikums sollte unbedingt regelmäßig durch ein unabhängiges Labor geprüft werden.

Wiese mit roten Blumen

Wie helfen Probiotika bei Laktoseintoleranz?

Der Körper laktoseintoleranter Menschen produziert zu wenig Laktase, ein körpereigenes Enzym, das für die Verdauung von Milchzucker benötigt wird. Probiotika lindern die Symptome einerseits, indem sie die Darmflora unterstützen, andererseits aber auch durch ihre anregende Wirkung auf die Laktaseproduktion.

Wie kann man die Darmflora während und nach der Einnahme vonAntibiotika unterstützen?

Um der, bereits erläuterten, Zerstörung der Darmflora durch Antibiotika entgegenzuwirken, kann parallel ein Probiotikum eingenommen werden. Dabei ist es wichtig, genügend Zeit zwischen den Einnahmen beider Präparate vergehen zu lassen. Nimmt man Antibiotikum und Probiotikum gemeinsam ein, verhindert das Antibiotikum die Wirkung des probiotischen Präparates. Der minimale zeitliche Abstand liegt bei zwei Stunden.

Inhaltsstoffe erklärt

Werfen wir einen genaueren Blick auf einzelne Inhaltsstoffe, die häufig in Probiotika zu finden sind:

Was ist Lactobacillus acidophlius?

Lactobacillus acidophlius ist ein Laktobazillenstamm, der die Darmwände besonders zügig und außergewöhnlich nachhaltig besiedelt. Er gilt als wirkungsvollster Milchsäurebakterienstamm überhaupt und ist in den meisten Probiotika enthalten.

Was sind Lactobacillus rhamnosus und den Lactobacillus fermentum?

Lactobacillus rhamnosus ist als Wunderwaffe gegen Reisedurchfall bekannt, während Lactobacillus fermentum dazu in der Lage ist, Nebenprodukte des Verdauungsvorgangs zu neutralisieren.

Was ist das Bifidobakterium?

Bifidobakterien, von denen wir heute 32 Arten unterscheiden, zeigen eine besondere Effizienz im Einsatz gegen Pilze.

Was ist das Bifido Bifidum?

Bifido Bifidum ist eine Bifidobakterienart, die hauptsächlich der Verdauung von Milchprodukten dient.

Füllstoffe und sonstige Zusätze

Manche Probiotika enthalten Füllstoffe, wie zum Beispiel mikrokristalline Zellulose. Füllstoffe erfüllen keinen weiteren Zweck, sind aber in aller Regel unschädlich, da sie über die Präparate nur in sehr kleinen Mengen konsumiert werden.

Welche Nahrungsmittel enthalten probiotische Mikroorganismen?

Es gibt Lebensmittel, die von Natur aus probiotische Bakterien enthalten. Besonders reich an diesen Mikroorganismen sind unter anderem Kefir, Joghurt, Kombucha und Dickmilch. Dazu ist allerdings zu sagen, dass die meisten probiotischen Mikroorganismen, die über die Nahrung aufgenommen werden, von der Magensäure zerstört werden und somit nicht viel für die Darmflora tun können. Dennoch kann sich eine probiotische Ernährung positiv auswirken.

Kann man sich probiotisch mit Nahrungsmitteln ernähren?

Zu einer probiotischen Ernährung gehört mehr, als nur der Konsum von Lebensmitteln, die probiotische Bakterien enthalten. Zusätzlich werden fermentierte Nahrungsmittel, wie Misosuppe oder Apfelessig, empfohlen. Diese sorgen für ein saures Darmmilieu, in dem die „guten“ Bakterien wachsen und gedeihen können. Die dritte Komponente stellen Präbiotika dar. Knoblauch, Spargel, Zwiebeln und Artischocken gehören zu den präbiotischen Lebensmitteln.

Generell gilt die probiotische Ernährungsweise als äußerst ausgewogen und somit gesund, sodass per se nichts dagegen spricht. Wer unangenehme Begleiterscheinungen, wie zum Beispiel Blähungen, bei sich bemerkt, sollte allerdings etwas kürzer treten – diese lassen nämlich auf eine leichte Überdosierung schließen.

Hat sich der Einsatz von Probiotika bei Reizdarm bewährt?

Betroffene des Reizdarmsyndroms haben unter chronischen Beschwerden zu leiden, die sich nur sehr schwer behandeln lassen. In der Vergangenheit hat sich der Einsatz von Probiotika zur Linderung der Symptome bewährt. Zählt akuter Durchfall zu den vorherrschenden Beschwerden, bietet sich die Bakterienart Saccharomyces boulardii an, während bei Verstopfung zu Bifibacterium lactis geraten wird. Blähungen werden dagegen am besten mit Lactobacillus lactis bekämpft. Reizdarm Patienten sollten sich ausgiebig beraten lassen und sich unbedingt mit dem behandelnden Arzt kurzschließen, bevor sie mit der Einnahme eines Probiotikums beginnen.

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